Donnerstag, 31. Juli 2014

Mietfrei in der Kompostmiete

wohnt dieser nette Geselle hier, den ich heute etwas auf- und rumgescheucht habe. Zuerst nachmittags, als ich unverschämterweise in seiner Behausung (selbstverständlich unabsichtlich) herumstocherte und ihm das Dach nahm (einen dicken Haufen Frauenmantel-Rückschnitt, der in den Thermokomposter wanderte). So ein Kröterich Grasfrosch (danke Elke!) ist zwar fast unsichtbar, aber er macht doch ne gewaltige Wallung, wenn die Grashalme, in denen er sich bewegt, nicht so die englische-Rasen-Länge haben. So hab ich ihn ausgespäht. Dann ging die Handykamera nicht. Mist.

Also hab ich ein paar Stunden was anderes gemacht und kam später nochmal zum Stören. Nein im Ernst: Ich war halt noch nicht fertig mit dem Kompost. Und dann wallte das Gras gleich wieder. Ich bin ja beim kompostieren immer so ein bisschen in Habacht-Stellung, weil da schon so einiges rumschlängelte. Ich hab nicht so richtig Angst vor Schlangentieren (zumindest nicht vor denen, die in meinem Kompost rumkriechen könnten), aber schon ein bisschen Respekt. Wenn das Tierchen vorher ein Schild hochhalten würde "Keine Sorge, ich bin nur eine Blindschleiche!" wär es wahrscheinlich besser. Allerdings könnte ja dann einen halben Meter unter der Blindschleiche immer noch eine Ringelnatter sein. Urgs. Wie gesagt, ein bisschen Respekt. Die Dinger sind einfach so schnell.


Tja, als dann heute abend das viel zu lange Gras also zum zweiten Mal wallte, war ich vorbereitet, zückte die Taschenkamera und schoß. Natürlich bleifrei. Hab mich sehr gefreut, dass ich ihn so lange ruhig sitzen hatte. Das geborene Fotomodell. Leider ist die Taschenkamera nicht so wahnsinnig gut, aber man kann's erkennen. Kann mir jemand sagen, was das für einer ist?







Die Hinterbeine im Tigerentenlook sind bei Kröts Grasfroschs wahrscheinlich gerade der letzte Schrei. Mir jedenfalls gefallen sie ausnehmend gut.




Ansonsten keine Überraschungen an der Kompost-Tier-Front.

PS: Ich finde, Herr Kröt hat einen ausgesprochen freundlichen Gesichtsausdruck. Sonst sehen Kröten auf Fotos oft so gemein und böse aus, oder nicht? ETA: Die Tatsache, dass es sich nicht um eine Kröte, sondern um einen Grasfrosch handelt, erklärt das natürlich. Grasfrösche sind ja für ihr freundliches Wesen berühmt.

Dienstag, 29. Juli 2014

Samentütchen ohne Klebstoff

Gerade sind die ersten Tomatensamen geerntet. Welche der Sorte "unbekannt, da Geburtstagsgeschenk, aber gelb und aus Kasachstan" und Pineapple. Der Rest lohnt sich glaube ich nicht unbedingt und ich hab auch noch genügend Samen für's nächste Jahr. Dann kann ich ja nochmal drüber nachdenken.

Jedenfalls brauche ich natürlich Papiertütchen dafür. Zuerst dachte ich, ich bau einfach die "Dreschflegel"-Tütchen nach, dann passt das auch alles zusammen. Dann fiel mir auf, dass das zwar einfach ist, aber Klebstoff benötigt. Das muss doch auch ohne gehen!

Hab mich durch drei youtube-Origami-Videos gewühlt (das erste: zu doof und zu quadratisch, das zweite: zu doof und zu offen) und das dritte ist es. Es geht sicher noch einfacher, aber es hat die Form, die ich gerne hätte, ist innen glatt, unten zu, oben mit ner Klammer leicht verschließbar (oder einfach durch Umklappen, aber ich klammere schon geöffnete Samentütchen ja eh zu und zusammen) und es braucht keinen Klebstoff. Auch keine Schere. Nur einen ollen A4-Fehldruck und ein paar Sekunden Zeit (keineswegs 15 Minuten, wie das Video den Anschein machen könnte, das ist natürlich nur, weil der Typ so viel erklärt und langsam vormacht).

Hier bitteschön! Viel Spaß damit. :)

Samentütchenorigami

Donnerstag, 24. Juli 2014

Vielfalt an der Tomatenfront.


Sehr verehrte Damen und Herren, im Bild sehen Sie ein 480 g schweres Exemplar der Sorte "Pineapple", ausnahmsweise nicht von Schnecken vorverkostet und ein 1 g leichtes Exemplar der Sorte "unbekannt, da von selbst aufgegangen". Gewachsen im gleichen Boden, mit dem gleichen Dünger, im selben Gewächshaus. Is das nicht schön?
Der Löffel ist nicht aus dem Gewächshaus und nur für die Größenvorstellung gut.

An der Pineapple hängen übrigens noch weitaus größere Exemplare. Man ist gespannt.

Dienstag, 22. Juli 2014

Sommerfarben, Julibunt.

Meine Floristenfreundin (Zitat: "Jede Blume hat ein Gesicht!") schlägt wahrscheinlich gerade die Hände über dem Kopf zusammen, aber es hat mir viel Spaß gemacht, gestern abend nach dem Frauenmantelrückschnitt durch den Garten zu tigern und mal hier, mal da, was mitzunehmen. Im Ergebnis bunt, unstrukturiert und es ginge sicher in vielerlei Hinsicht besser, aber: ICH MAG's.
(Meine Floristenfreundin wahrscheinlich auch. Die ist nämlich sehr nett.)

Juliblumenstrauß (Geissblatt rechts unten)




Hier, einmal mit Geißblatt von der Seite, extra für Elke :)









Juliblumenstrauß, sommerfarben 

















...und von der anderen Seite. 

























Alles in Allem sieht dieser Blogpost ein bisschen aus wie ein Kalenderblatt aus einem dieser spießigen Monatskalender aus den Siebzigern, näch?

Und irgendwie merk ich gerade, dass die Farben durch fehlendes Tageslicht ganz schön künstlich wirken. Naja. Irgendwas is' ja immer.

Im Bild übrigens (ich hoffe ich bekomm' noch alles zusammen):
2x Zinnie, 3x Rose, 1x Phlox, 1x Geißblatt, 1x Schmetterlingsflieder, 3x Eisenhut, 3 oder 4x Dill, 1x Stockrose (oh ich liebe hellgelbe Blumen! Liebe! Liebe! Liebe!), 2x Astilbe, 3x rote Melde, 2x irgendwas gelbes, dessen Name ich nicht kenne. Ach ja, und zwei Hostablätter. Ich glaub' das war alles. Reicht ja auch. :)

Samstag, 19. Juli 2014

Wohin mit den ganzen Kräutern?

Ich find's genial.
Ich ersticke quasi in Kräutern - zum ersten Mal, seit ich diesen Garten hier bewirtschafte. Schnittlauch hatten wir immer, den hab ich schon mitgebracht, in großer Menge. Aber die Kräuterschnecke hatten wir nicht von Anfang an in "Betrieb" und mit der Petersilie hatte ich eher Pech. Bis dieses Jahr. Ich hab Petersilie, ich kann quasi Kissenbezüge damit ausstopfen. Bin sehr begeistert, weil Petersilie mein Liebstes ist. Hab leicht verzweifelt angesichts der Misserfolge der letzten Jahre an drei Stellen Petersilie recht aggressiv ausgesät, in der Hoffnung dass es irgendwo doch was werden könnte. Wurde überall. :-D
Und die alte, gekaufte, ausgepflanzte hat nun geblüht und Samenstände. Wahrscheinlich haben wir bald überall NUR noch Petersilie ;-)

Mindestens einmal die Woche bring ich also nen großen Eimer voll Kräuter zum Trocknen und Verarbeiten rein. Achso, was haben wir denn alles?

  • Rosmarin
  • zwei Arten Zitronenmelisse
  • verschiedene Minzearten (Amerikanische Bergminze, Mojito-Minze, rundblättrige, Schokominze, Ananasminze, Apfelminze und ich hab sicher noch zwei, drei vergessen - die Erdbeerminze war auch mal da, kam mir irgendwie abhanden...)
  • Majoran
  • glatte und krause Petersilie
  • Schnittlauch
  • Anisysop
  • Ringelblumenblüten
  • Rose de Resht-Blüten
  • Giersch
  • Zwei Sorten Thymian
  • griechischer Bergtee
  • Basilikum
  • Frauenmantel 
  • Bohnenkraut
  • französischer Estragon 
  • Salbei 
  • Lavendel
hab sicher noch was vergessen...


Was noch da ist, ist Sauerampfer, Blutampfer und Mädesüß, aber deren Blätter verarbeite ich nur selten und nur frisch bzw. der Mädesüß wird nix, musste ich runter schneiden, war zu trocken an der Stelle. Würde sonst liebend gern die Blüten mit in den Tee mischen. Hollerblütenzeit ist natürlich vorbei, wurde aber auch auf Vorrat getrocknet.
Ach ja, und Pimpinelle - damit hab ich noch nicht so viel ausprobiert. Muss ich mal ausgiebig testen. 

Also, was nun damit machen?

  • Teemischungen
  • Kräutersalzmischungen
  • In Öl einlegen
  • Essig damit ansetzen
  • zum Teil auf Vorrat einfrieren
  • trocknen und zerkleinern zum Kochen
  • in großen Mengen in den Salat werfen
  • Brotteige damit aromatisieren 
  • Kräuterbutter (im Gefrierschrank min. 6 Monate haltbar)
und natürlich direkt verwenden.

Zur freundlichen Direktverwendung einer kleinen Menge aus aktuellem Anlass (heute abend wird gegrillt):

Eingelegte Zucchini für den Grill



1 TL Meersalz
1-2 TL frischer Rosmarin (und andere Kräuter nach Geschmack)
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Knoblauchzehen
Olivenöl, so dass alles gut bedeckt ist
eine "Trümmer Zucchini" (und ja, wir sind hier auch irgendwie in Franken, aber SOOO reden wir nicht! ;-) )











Salz, Rosmarin, Pfeffer und kleingehackten Knoblauch mit dem Öl vermischen.










Für den späteren einfachen Transport den Boden einer Auflaufform mit etwa der Hälfte der Mischung ausstreichen. Zucchinischeiben drauf drücken, mit dem Rest der Ölmischung bedecken.


Kann man gut vorbereiten und mitnehmen - nur noch auf den Grill schmeißen und genießen. Angeblich würden noch ein paar Spritzer Balsamico hinterher obendrauf nicht schaden. So gern mag ich den jetzt nicht, dass ich das umgehend ausprobieren muss - wenn du das machst, berichte gern.

Guten Appetit!

PS: Wenn du keinen Grill hast, kannst du das natürlich auch im Backofen machen. Du solltest die Zucchini halt mal wenden zwischendurch. 

Freitag, 18. Juli 2014

Giersch-Pesto

Ich hab's diese Woche mal wieder zusammengerührt und hinterher festgestellt, dass ich zum wiederholten Mal nicht auf meine Mengen geachtet habe. Auf diese Weise ist es nicht ganz leicht, das als Rezept weiterzugeben, da ich das aber will, musst du mein Pi mal Daumen-Rezept ein bisschen rantastenderweise übernehmen, ok? Das schaffst du. Einfach so lange Öl zukippen, bis die Konsistenz einem gekauften Pesto ähnelt und so lange abschmecken, bis es... äh... schmeckt. :) 


  • gut 100 g Giersch (vermute ich)
  • frisches oder getrocknetes Basilikum nach Geschmack (nur zur geschmacklichen Ergänzung, muss keine große Menge sein)
  • Olivenöl (sehr viel mehr als du denkst! Stell einfach eine Flasche bereit und kipp nach, bis es passt. 200 ml würd ich auf jeden Fall einplanen)
  • was grad an nussigem im Haus ist: Mandeln oder Pinienkerne oder Haselnüsse oder Walnüsse oder ne Mischung... ich nehm immer was gerade weg muss bzw. abgelaufen ist :) - ne gute Hand voll auf die angegebene Menge Kräuter
  • getrocknete Tomaten nach Geschmack
  • schwarze Oliven nach Geschmack
  • evtl. (je nachdem, wie salzig die Tomaten sind) ne Prise Salz (ich nehme Kräutermeersalz bzw. mein selbst gemischtes "italienische Kräuter"-Salz), frisch gemahlener Pfeffer
Symbolbild. Die Mengenverhältnisse stimmen nicht, das sind einfach nur die Zutaten!

Den Nussanteil in einer Pfanne leicht anrösten und im Küchengadget deiner Wahl mahlen/fein hacken. Beiseite stellen und auskühlen lassen.

Vom gewaschenen und trockengeschleuderten Giersch (ich sammle bevorzugt junge, frische Blätter (und die bekommt man besonders leicht, wenn man regelmäßig nachpflückt), aber die älteren gehen auch) die Stiele abzupfen und entsorgen, wir verwenden nur die Blätter. Diese und ggf. weitere Kräuter ebenfalls im Küchengadget deiner Wahl oder mit dem Pürierstab mit Öl zusammen nach und nach "klein kriegen". Getrocknete Tomaten und Oliven dazu geben, ebenfalls mitpürieren.

Abschmecken, schauen dass die Konsistenz passt (wenn zu fest, Öl nachkippen).
In kleine Gläschen füllen, Oberfläche glatt streichen, mit Öl bedecken, zuschrauben, ab in den Kühlschrank.
In Bezug auf die Haltbarkeit machen wir keine Experimente - ich stelle immer mehrere Portionen her und teile mit ein paar Leuten. Hab noch niemanden getroffen, der nicht auch beim zweiten Mal gerne wieder eines genommen hat. :) Es ist wirklich lecker.
Der Zeitaufwand ist je nach verwendeter Gerätschaft (der eine mag ein Wiegemesser nehmen zum Zerkleinern, der andere hat einen Binford6000-Turbo-Standmixer) natürlich verschieden. Aber die Zupferei und so - das dauert schon ein bisschen. Lohnt sich aber immer wieder! :)

Ach ja - natürlich geht's auch noch mit Parmesan oder sowas dabei. Das würde ich aber erst kurz vor dem Verzehr unterrühren. Sagen wir 50 g davon. Mach ich aber nie, weil ich sowas fast nie im Haus hab, und wenn doch, vergess ich dass ich ausnahmsweise welchen da hab. Braucht es auch nicht, find ich. Manche Sachen kann man kaum noch verbessern. :)




Die Grissini hab ich aus nem Weizenvollkornbrotteig gemacht, von dem ich einfach einen Teil beiseite habe. Platte ausrollen, in Streifen schneiden, etwas gehen lassen, kurz backen, fertig. :) Gute Kombi!

Samstag, 12. Juli 2014

Wasndas?


Das wächst unterm ollen Birnbaum, zwischen Brennesseln, Minze und sonstigem Kräutich. Kann mir jemand helfen? Irgendein Teil meines Unterbewusstseins sagt "ein Nachtschattengewächs", aber mein Bewusstsein weiß nicht, wie es darauf kommt... 
Es riecht übrigens nicht kräuterig, wenn man's zwischen den Fingern verreibt.

Dienstag, 8. Juli 2014

Ich könnte immer schreiend davon laufen.

Wenn ich lese, wie die Leute ihre Fenster putzen. 
Es ist in der Regel eine Auflistung von giftigen Dingen (oder ein Cocktail aus Dingen, die nicht ganz so giftig klingen) und dann steht drunter "natürlich mit Mikrofaserlappen!" 

Jetzt mal so 'n Tipp von ner erfahrenen Mikrofaserlappenbenutzerin. Wenn du so ein Teil hast, oder sagen wir zwei, eins fürs Vorwaschen und eins fürs halbtrockenwaschen und dann noch ein Halbleinentuch fürs Trockenpolieren, da brauchst du weiter keine Chemie. Wasser genügt. Den Rest erledigt die Faser. Ein kleiner Eimer ist hilfreich, um den Drecklappen öfter mal auszuwaschen. Ansonsten: nix.



Ok, es soll Leute geben, die fettiger kochen als wir das tun, die wollen beim Küchenfenster vielleicht ein bisschen Soda ins Wasser geben. Bei uns ist sowas nicht nötig. Weder beim Rahmen noch bei der Scheibe. Und wir wohnen am Wald, also ich könnte mich nicht über von Natur aus zu saubere Scheiben beklagen.

Ich lese mich grad immer wieder mal ein in das Thema "alternative Putzmittel" und bin erschüttert, was die Leute alles kaufen und wo sie es überall hinkippen. Und dann auch noch ins Internet schreiben. Klar kann man mit Domestos auch den Spiegel reinigen, wenn man das möchte. Schlau ist aber anders.

Freitag, 4. Juli 2014

Zitronensirup

Ich bin grad auf nem Zitronentrip. Neulich hatte ich vom Holunderblütensirup zwei Zitronen übrig, die Kräuterernte ist derzeit eh in vollem Gange, dann bin ich  zeitnah auf Kräutersalzrezepte mit Zitronenabrieb gestoßen und hab drei Sorten direkt ausprobiert (ich habs noch in der kleinen elektrischen Krups-Kaffeemühle fein gemahlen). Seither kann ich nicht mehr "Zitrone" denken ohne gleichzeitig "Ohhh und Rosmarin" zu denken. Geniale Kombination. Im Sirup hab ich den Rosmarin dann aber doch weggelassen. Wobei... nen Versuch wäre es wert.
Jedenfalls.

Man nehme

2,5 l Wasser
2 kg Zucker oder Xylit
7-8 Bio-Zitronen
etliche Stängel Zitronenmelisse
(ich hab' noch Zitronensäure rein aus Gewohnheit, aber das ist vermutlich völlig albern)

koche das Wasser mit dem Xylit oder Zucker auf

Julienneschäler heißt das glaub ich...










schabe die Schale der Bio-Zitronen ab

Das Letzte rausgeholt.










presse die Zitronen aus

Kerne müssen draußen bleiben.











gebe abgeriebene Schalen, Zitronensaft und zerkleinerte Melisse in den noch heißen Sirup
 
Alles drin.

und lasse denselben abkühlen, während man staune, wie viel Sabber ein einzelner Mensch produzieren kann.

(Dadurch, dass die Melisse ins heiße Wasser kommt, muss man das Zeugs nicht ewig stehen lassen wie z.B. bei Holunderblütensirup)

Anschließend seihe man das Ganze durch ein Tuch, presse die letzten Reste an Geschmack heraus und koche erneut auf, um es hübsch steril in Flaschen abzufüllen. Oder um es, erneut abgekühlt, in Eiswürfelbehälter abzufüllen.

Trinken nicht vergessen!

Resteverwertung

Wenn man ich ist, denke man hinterher, dass man jetzt nicht so viel teures Biozitronenzeugs wegschmeißen kann und koche die Schalenreste in etwas Wasser so lange durch, bis sie pürierbar werden, püriere, presse durch ein Tuch, stelle fest, dass es Unsinn ist, in ein selbstgemachtes Waschmittel mit einer Lauge etwas mit Säure hineinzukippen und entscheide sich dafür, das Ganze mit Essigessenz aufzufüllen und als Weichspülerersatz zu benutzen.

Komm, Aroma, komm her zu mir.

Sie hier (toller Blog) machen damit auch Zeug für die Geschirrspülmaschine, aber ich frag mich, wo das Tensid ist in dem Rezept. Ist sowas in Zitrone natürlicherweise enthalten oder erledigt das mit dem Fett einfach die Temperatur oder wie oder was?

Rätselnde Grüße aus der genial duftenden Wohnung...

Mittwoch, 25. Juni 2014

Mal wieder eine von diesen Kerstin-Ideen. *seufz*

Vor mir steht eine Schüssel mit Samen. Es befinden sich darin:
    DSC04789
  • Tetra-Dill, dichtlaubiger
  • Dreschflegel-Zitronenmelisse
  • Rankende Kapuzinerkresse, gemischt
  • Ysop
  • Eichblattsalat, rot
  • Eichblattsalat "Navara"
  • Gartennelken
  • Vergissmeinnicht
  • Bartnelken
  • Adonisröschen
  • Tagetes
  • Schwarzwurzeln
  • Mangold "Rhubarb Chard"
  • Akelei, langgespornte Mischung
  • Petersilie "Lisette"
  • Kapuzinerkresse, halb hoch
  • toom-Zitronenmelisse
  • Kopfsalat "Merveille des Quatre Saisons"
  • Fingerhut "Excelsior"
  • Stockrosen
  • Odermenning
  • Staudenlein
  • irgendwas wildes wickenartiges
  • Dill, den mir mein kleiner Bruder aus dem elterlichen Garten geerntet hat
  • Kopfsalat "Sylvesta"
  • Grazer Krauthäuptel
  • Blumenmischung "Blumen der Toskana"
  • Blumenmischung "Wildblumen" 
  • Trichterwinde 
  • Haferwurz "Sandwich Island"
  • Johanniskraut 
  • Salatgurke "weiße lange"
  • Kohlrabi "Noriko"
Die Samen kommen aus verschiedenen Päckchen, und alle aus folgenden Kategorien:
  1. Hab ich schon seit Jahren rumfliegen, nie geschafft rechtzeitig zu säen oder
  2. Hat nen Wasserschaden/war im Winter im Freien, geht wahrscheinlich nicht mehr auf oder 
  3. Hab ich in dermaßen großen Mengen geschenkt bekommen, dass ich es trotz aller Bemühungen nie vor Ablauf der Haltbarkeit vernünftig weggesät oder verschenkt bekomme oder
  4. Das sollte mal "da" hin, aber "da" existiert noch nicht weil immer irgendeine andere Baustelle wichtiger war. 
Alles Sachen, die man eigentlich wegschmeißen könnte. Wohin denn, auf den Kompost vielleicht, zu der rausgerissenen und seither wild blühenden Kapuzinerkresse? :-P 

Vor ner Woche oder so aus dem Beet gerissen. Hätt ich auch gleich in den Kompost säen können. :)
Nee. Mutti hat noch ein Beet frei. Oder sowas beetähnliches, ich muss noch ein bisschen fertig vorbereiten. Da wo mal das Hochbeet war. Dank meiner ausdauernden Langebankschieberei hab ich auch nicht mehr so richtig viele vorgezogene Pflanzen (wobei ich heute nochmal ne ganze Quickpot-Platte vollgemacht hab mit Salat-, Kräuter- und Staudensamen), mit denen ich das Beet vollpflanzen könnte. Und irgendwie leert sich das erste Beet der Saison schon nach und nach wieder und schafft da Platz für Neues. Das schreit nach ein bisschen Guerilla Gardening im eigenen Garten. Ich schmeiß das dann mal da hin und schau zu, was passiert (wahrscheinlichstes Szenario: Alles voller Kapuzinerkresse. Auch ok. Ist dann halt ne ordentliche Gründüngung).
Wenn man demnächst was sieht, zeig ich euch mal ein Foto.
Übrigens sind manche der Pflanzen zweijährig bzw. Stauden - ich sollte gut beobachten was da wächst und notfalls unbekannte Sachen zwei Jahre stehen lassen - man weiß ja nie. ;-)

Dienstag, 24. Juni 2014

Ist das schön oder was?

Griechischer Bergtee



Soweit ich weiß, hab ich den vor drei Jahren ausgesät. Dann mickerte er erst mal an verschiedenen Stellen (hab noch einen Teil davon südlicher im Garten und hab's auch ne Zeitlang im Topf probiert) vor sich hin und dieses Jahr legt er soooo los. Ein Traum.

Montag, 16. Juni 2014

Hab mich ja schon die ganze Zeit gefragt...

was das für ne Raupe war:

Raupe in Aktion

Da sie auf der Purpurkönigskerze herumraupte, hätte ich glatt drauf kommen können: es handelt sich um einen Königskerzen-Mönch.

Wieder was gelernt, danke in dem Fall an die aktuelle kraut & rüben, der ich ab und zu nicht widerstehen kann.

Sonntag, 15. Juni 2014

Die faule Gärtnerin

Im September geht in der Regel meine faule Phase los, was das Gärtnern angeht. Ich versuche mich dann zu motivieren, nen Haufen Laub zusammenzurechen und ordentlich zu mulchen und lass es dann doch lieber sein.
Ich denke drüber nach, ob ich irgendwas rausreiße und denke, ach was, kannste doch auch stehen lassen, schadet doch niemandem. Und damit hab ich ja auch recht (solange es sich nicht um Herkulesstauden handelt, die ich hier aber noch nie gesehen habe, also: alles easy).

Das Schöne dabei ist ja aber, dass manche Sachen einfach von selbst wiederkommen oder nochmal loslegen, wenn man sie lange genug sein lässt oder ignoriert. So nach dem Motto: Eh Gärtnerin, ich bin auch noch da und ich kann auch noch was leisten!

DSC04727Der Fenchel hier ist aus ner alten Wurzel wiedergekommen. Wird dieses Jahr der erste sein, der fertig ist - die anderen, vorgezogenen und gepflanzten, mickern im Vergleich noch ziemlich rum.





DSC04728
Der Salat hier treibt grade neu aus. Normalerweise reiß ich Salat mitsamt Wurzel aus und pflanze oder säe gleich was nach. Irgendwie hab ich das diesmal nicht gemacht und als ich harken und ausreißen wollte, kam was Grünes nach. Naja schaun wir's uns halt mal an, gell! Vielleicht kann ich ihn wie einen Pflücksalat behandeln und einzelne Blätter ernten?





DSC04729Nebendran - an diversen Stellen im Gewächshaus - gehen Tomaten auf, die ich nicht gesät habe. Hab halt nicht so gut aufgeräumt letzten Herbst. Und überlege mir gut, ob ich das nicht absichtlich so mache für nächstes Jahr, und mir die Tomatenvorzieherei auf der Fensterbank einfach spare?







Die Erde vom eingestürzten alten Hochbeeet steht zum Teil noch recht hoch im Beet, weil sich allerfeinster Feldsalat selbst ausgesät hat und ich auf jeden Fall warten muss, bis er sich erneut ausgesät hat. Dann werd ich die obere Erdschicht freundlich umbetten und mich auf nächstes Jahr freuen.



DSC04725Erdbeerspinat kommt auch recht zuverlässig jedes Jahr wieder. Da mein lieber Mann mir aber ein neues Hochbeet gebaut hat und die ganze Erde dadurch durcheinander kam, dass wir sie beim Befüllen von einer Seite auf die andere geworfen und noch mit anderer (vom alten Hochbeet z.B.) ergänzt haben, bin ich mir grad nicht mehr sicher, was von dem wild aufgegangenen Zeug im neuen Hochbeet Erdbeerspinat ist. Das hier vielleicht? Davon hätte ich recht viel im Angebot... ist vielleicht aber auch nur Unkraut. Ich brauch oft ein bisschen, bis ich Zeugs erkenne...



DSC04726 Die Gartenmelde ist ein Ungeheuer, was Aussamen angeht. Ich hab sie einfach mal gelassen. Mehr so aus Faulheit. Aber es hat sich zu einem kleinen Kampf entwickelt. Gärtnerin gegen Melde. Für die nächsten Jahre dürfte sich die Entscheidung noch hinziehen, wer gewinnt, denn wie immer ist es bei derartigen Sachen vermutlich so, dass sich die Samen unendlich viele Jahre im Erdboden halten und aufgehen können, nein? Davon hätte ich jedenfalls Milliarden Fotos machen können, ich hab mich aber für die Kartoffel vornedran entschieden, die auf dem alten Kompost aufgegangen ist - selbstverständlich auch, ohne gelegt worden zu sein (naja. Irgendwie schon. Aber halt nicht so wirklich absichtlich). Und mit noch ein paar Kumpels nebendran.

Ich mag diese faule Version vom Gärtnern... zu tun gibt's eh immer genug, wenn ich da so ein bisschen Bonusmaterial dazubekomme, freut mich das einfach :)

Donnerstag, 12. Juni 2014

Dufte Kerle.

Oder sind es am Ende Damen?Rosa damascena
Rosarot aufgerüscht jedenfalls.

Eine noch relativ mickrig - erst letztes Jahr gepflanzt.


Duftrose mit irgendwas neonorangefarbenem, was da nicht hingehört...
Eine recht erhaben, aber mit irgendwas neonorangefarbenem dran, was da nicht hingehört (ein Pilz?).







Duftrose
Eine vor der Blüte eher ein hässliches Entlein, aber wenn sie mal aufgeht - wunderschön und mit einem unglaublichen Duft.







Die erste ist eine Rose de Resht, das weiß ich. Die anderen beiden kenn ich nicht mit Vornamen. Da ich selten mit meinen Rosen spreche, ist das auch nicht so tragisch.

Ich hab keinen Plan von Rosen. Die de Resht hab ich angeschafft, weil ich gern in der Küche experimentiere. Funktioniert bis jetzt. Eine andere, die die Schwiegereltern zur Goldenen Hochzeit geschenkt bekommen haben, ist uns kaputt gegangen. Keine Ahnung warum. Vielleicht Vernachlässigung. Wer weiß das schon.

Duft!
Aber ich meine mal irgendwann gelesen zu haben, dass es bei Rosen so ist wie bei vielem, was Früchte bekommt: Die Kraft geht dann in die Früchte und wenn man das verhindern würde, würd's länger blühen/gut schmecken oder im nächsten Jahr mehr Ertrag bringen. Naja, das probieren wir einfach mal aus. Momentan pflücke ich konsequent jede voll erblühte Blüte der Rose de Resht ab.




Sie schiebt auch so gut wie täglich neue Blüten. Vielleicht geht der Plan ja auf?
Schaunmermal.





Rosenblütensirup. Und Duft.
In der Zwischenzeit kümmer ich mich um Rezepte zur Verwertung.
Einstweilen ein Bild vom frisch abgefüllten Rosenblütensirup neben dem erblühten hässlichen Entlein zu deiner Unterhaltung.
Adiöh.






Sonntag, 1. Juni 2014

Wiesendudler

Ich poste mal sowas Ähnliches wie ein Rezept.
Wir sind ja sehr offen für alles, was mit Kräutern zu tun hat - seien es wilde (gezähmte wilde, da wir nicht im Wald sammeln, sondern nur was sich in unserem Garten so tummelt, ist aber mehr als genug) oder solche aus der Kräuterschnecke oder den anderen Plätzchen, an denen sie sich breit machen dürfen.
Nun haben wir neben dem Grundstück eine Obstbaumwiese. Große, alte Bäume. Im Herbst werden die Äpfel aufgelesen und dann zum Keltern gebracht. Dann haben wir ein paar 10-l-Kartons hier rumstehen. Und eigentlich trinkt den Saft kaum jemand. Gerade mal, wenn wir Besuch haben: Geburtstagsfeiern und so. Da hat man dann immerhin was Gutes für die Gäste, ist doch auch was. Aber neulich hab ich so diverse Kräuter fürs Salatdressing in der Hand gehalten und gedacht: Da war doch was. Das kann man doch auch in Saft hängen. Hab ich mal irgendwann irgendwo gelesen, klang gut.

Also hab ich mal drei Liter Apfelsaft in einen großen Topf abgelassen und dann Kräuter über Nacht drin ziehen lassen:

- ein paar Stängel*) Giersch (die Blätter, nicht die Blüten) (nicht zu wenig) (mmmmh)
- ein paar Stängel Zitronenmelisse
- ein paar Stängel Pfefferminze
- zwei Stängel Gundermann (hier wollen wir's nicht übertreiben)
- zwei oder drei frisch aufgeblühte Holunderdolden

Den Holunder hab ich einfach unter Wasser Saft gedrückt, die Kräuterstängel zweimal durchgebrochen, dabei ein bisschen angequetscht. Ich denk mal wenn man's kleinschneidet, hat man vielleicht noch mehr Aroma? Wir befinden uns in Phase 1 des Langzeitexperiments.
Das Ganze hab ich dann jedenfalls über Nacht (großzügig ausgelegt; von irgendwann abends bis irgendwann vormittags) im kalten Saft ziehen lassen und dann abgeseiht. Und dann kann man's mit Sprudel aufgießen und genießen. Ist geschmacklich (oh und wie das duftet) irgendwie schon recht nah am Almdudler... und wir kriegen so endlich mal die Apfelsaftreste weg. :-)
Nächster Teil des Experiments folgt morgen: Abkochen und heiß in Flaschen füllen. Mal sehn ob das hält... geschmacklich sowie, naja, eben von der Haltbarkeit her.

Und morgen wird außerdemHolunderblütensirup gemacht. Einmal mit Zucker und einmal mit Xucker. Aber da schreib ich nichts dazu. Da ist ja das Internet voll davon.

*) das schreibt man wohl heutzutage so *schaut irritiert*